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Fraencis Daencis

Keksmaschine und Milchbartträgerin. Leseratte und Fotografieliebhaberin.

Ein Lesespaß, welcher rund um den Globus führt.

Freitags in der Faulen Kobra: Roman - Stefan Nink

Achtung, dies ist der zweite Teil von Stefan Ninks Reihe über Siebeneisen und seine Freunde. Mir wurde gesagt, dass man das Buch auch ohne Vorkenntnisse lesen kann und dem ist auch so. Ich selbst kenne Band 1 auch nicht.

 

Allgemeines

Titel: Freitags in der Faulen Kobra
Autor: Stefan Nink
Verlag: Limes Verlag
Reihe: Band 2 (Band 1)
Seitenzahl: 446
Erscheinungsjahr: 2014
ISBN: 9783809026365
Preis: 14,99€ | 11,99€
Kaufmöglichkeiten: Buch | eBook
 

Inhalt

Siebeneisen wohnt eigentlich in Oer-Erkenschwick, ist aber nach einer Weltreise für seinen Freund Schatten zusammen mit ihrem Kumpel Wipperfürth in Indien gelandet, genauer gesagt in Joompla. Der Grund der Reise war die Suche nach Verwandten von Schatten, welche sie schließlich hier her in eine Hotelanlage geführt hatte. Diese Reise war nun beendet und eigentlich wollten Wipperfürth und Siebeneisen wieder nach Deutschland reisen, als der Maharadscha den beiden einen Auftrag erteilt: Sie sollen die sieben Teile einer steinernen Ganesha-Statue finden, welche überall auf dem Globus verteilt sind. Das Problem an der Sache ist, dass keiner weiß, wo genau die einzelnen Stücke zu finden sind. Und so bricht Siebeneisen auf ein Neues auf, die Welt zu erkunden.

 

Meinung

Zunächst einmal möchte ich sagen, dass dieses Buch gelesen werden kann, ohne den vorhergehenden Band gelesen zu haben. Dennoch ist das Lesen von “Donnerstags im Fetten Hecht” sicherlich nicht verkehrt, denn es wird immer wieder auf die Geschehnisse aus diesem Teil verwiesen.

 

Mit viel Liebe zum Detail

Das Buch ist unglaublich humorvoll und mitreißend geschrieben. Von der ersten Seite an hatte es mich in seinem Bann und schaffte es, mich ein bisschen aus meiner Leseflaute zu locken. Während des Lesens sparte ich nicht mit dem Markieren von Textstellen und sitze nun vor dem Problem, welche ich euch hier am Besten präsentiere.

“’Humuhumunukunukuapua’a. Hawaiis Wappenfisch.’
’Den du natürlich kennst.’
’Vom Scrabble. Gibt höllisch viele Punkte.’” - Seite 250

Doch nicht nur die Szenen an sich sind toll beschrieben, auch die Gestaltung der einzelnen Charaktere zeigt, dass der Autor sich einige Gedanken gemacht hat. Siebeneisen ist ein Tollpatsch mit Glückssträhne, Wipperfürth ein anstrengender Besserwisser und Schatten ist nur besorgt um sein Geld. Und so fragte ich mich mehr als einmal, wie diese drei Gestalten wohl Freunde geworden sind.

“Er schrie vor Schmerz auf. Gleichzeitig verlor er da Gleichgewicht und kippte nach links, wo neben ihm eine der amerikanischen Kursteilnehmerinnen tief versunken in der Position Stoischer Storch meditierte. Siebeneisen fiel zuerst gegen die Frau und dann neben ihr auf den Rasen, wo natürlich an dieser Stelle ein großer, flacher Stein unter den Grashalmen lauerte, und natürlich knallte er mit dem Arm genau auf diesen Stein, was denn sonst. […] Das würden tolle Fotos werden.” – Seite 15

Interessante Gestaltung

Da Siebeneisen, Wipperfürth und Schatten sich die meiste Zeit an unterschiedlichen Orten aufhalten, müssen sie über das Internet kommunizieren, wie zum Beispiel via WhatsApp oder Facebook. Diese Stellen sind auch besonders gekennzeichnet, sodass man sofort weiß, was kommt. Es unterstützt dabei das Verstehen der Zusammenhänge und gefiel mir persönlich sehr gut. Vor allem die WhatsApp-Nachrichten zwischen Wipperfürth und Schatten haben mir Lachtränen in die Augen getrieben, so herrlich und lebensnah waren sie geschrieben. Auch die Logbücher von James Cook und anderen Besatzungsmitgliedern – die auch besonders gekennzeichnet waren im Buch - halfen mir, mich innerhalb der Geschichte und auf dem Globus zu orientieren. Zusätzlich lockerte es das Ganze auf.

 

Die einzelnen Kapitel sind meistens aus Siebeneisens Sicht geschrieben, aber ab und an hat der Autor ein Kapitel aus einer anderen Sichtweise eingeschoben. Das fügte der Handlung einige witzige Aspekte und Denkweisen hinzu.

“Die meisten dieser Fjorde waren um die 500 Meter tief und bis zu 40 Kilometer lang; ihre senkrecht aus dem Wasser steigenden Felswände reckten sich bis zu 1500 himmelhochjauchzende Meter in die Höhe – Fjordland war weiß Gott keine Landschaft, in der man sich als Vertreter der Gattung homo sapiens auch nur irgendwie wichtig vorkommen konnte.” – Seite 166f

Faszinierend fand ich auch die Beschreibung der Landschaften, welche ich mir dank der Wortwahl des Autors schnell vorstellen konnte, als ob ich selbst schon einmal an diesen Ort gereist wäre.

 

Etwas unlogische Handlung?

Ich habe mir während des Lesens nur einen kleinen Minuspunkt aufgeschrieben, der da wäre, dass die Geschichte an manchen Stellen zu abgefahren war und manches dem Protagonisten doch zu leicht von der Hand ging. Das minderte jedoch keineswegs den Lesespaß.

 

Fazit

Trotz eines kleinen Punktabzuges ist “Freitags in der Faulen Kobra” definitiv ein sehr lesenswertes Buch, welches mich oft zum Lachen brachte.

 

{ 4/5 Punkte }

 

Herzlichen Dank an den Limes Verlag für dieses Rezensionsexemplar!