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Fraencis Daencis

Keksmaschine und Milchbartträgerin. Leseratte und Fotografieliebhaberin.

{ REZENSION } "Daisy Sisters" von Henning Mankell

Irgendwann war ich mit meiner Mutter in einer Buchhandlung und da gab es die berühmt-berüchtigten Mängelexemplare und da kann ich nur schwer vorbei gehen. Während also ich eine Wanne voller Bücher nach der anderen durchforstete zeigte meine Mutter mir dieses Buch und ich war dem nicht abgeneigt, also durfte es für 1,60€ gerne mit.

 

 

Allgemeine Informationen

 

 

Titel:

Daisy Sisters

Autor:

Henning Mankell

Verlag:

dtv

Reihe:

nein

Seitenzahl:

557

Kaufmöglichkeiten:

Taschenbuch | eBook

 

 

Das Cover

 

Als ich anfing das Buch zu lesen merkte ich erst wie gut das Cover doch zum Buch passt, dabei hat es mich von Anfang an schon angesprochen. Es zeigt zwei junge Mädchen, die ihr Leben noch vor sich haben, aber noch völlig unbedarft sind und sich ihres Lebens erfreuen – und ihrer Freundschaft.

 

 

Meine Erwartungshaltung

 

Ich hatte den Klappentext nur überflogen, da ich der Meinung bin, dass diese oft viel zu viel verraten. Daher hatte ich aber natürlich keine wirkliche Erwartungshaltung als ich mit dem Buch anfing und war einfach gespannt. Ich hatte vorher auch noch kein Buch von Henning Mankell gelesen.

 

 

Die Handlung

 

Elna Skoglund und Vivi Karlsson leben im Schweden zu Beginn des Zweiten Weltkriegs. Die beiden Mädchen stehen kurz vor dem Ende ihrer Schulzeit und leben in verschiedenen Gegenden. Dass sie dennoch befreundet sein können verdanken sie einer Möglichkeit zur Brieffreundschaft, hergestellt durch die Schule. Durch Zufall bekommen die beiden Mädchen, die ihre Schule nun beendet haben, Ferien von ihren Arbeitgebern (Vivi arbeitet in einem Hotel und Elna als Hausmädchen in einer Ingenieursvilla) und die beiden fahren mit den Rädern durch Schweden, um danach bei Elnas Onkel bei der Heuernte zu helfen, da seine Söhne und Arbeiter im Krieg sind.

 

Dieser Sommer sollte der schönste ihres bisherigen Lebens werden, doch dann wird Elna vergewaltigt, “oder so gut wie” (Seite 11). Sie versucht es zu verdrängen, doch dann wird ihre schlimmste Befürchtung zur Gewissheit: Sie ist schwanger. Elna ist verzweifelt und fragt ihren älteren Bruder um Rat, der ihr eine Adresse in der nächstgrößeren Stadt verraten kann. Dort trifft sie auf Rut, welche Elna wiederrum weiterleitet zu einem Mann, der Abtreibungen durchführt – natürlich heimlich, denn 1941 war das noch verboten. Doch während sie bei dem Mann auf dem Tisch liegt und hofft, dass ihr Albtraum bald ein Ende hat geht etwas schief, sie wacht im Krankenhaus auf und ist immer noch schwanger. Langsam arrangiert sie sich mit ihrem Schicksal, auch wenn sie viel einzustecken hat und gebärt im Frühjahr drauf ihre Tochter Eivor Maria.

 

Doch auch Eivor hat viel durchzustehen, will aber auf keinen Fall so jung Mutter werden wie ihre es wurde – und wird dennoch auch früh schwanger. Die Schwangerschaft durchkreuzt all ihre Pläne. Da der Vater des Kindes sie liebt und sie ihn auch liebt, heiraten Jacob und Eivor und bekommen zwei Kinder, Staffan und Linda. Danach wird die Ehe geschieden, da Jacob Eivor hintergeht. Eivor hingegen bekommt von einem alten Jugendfreund noch eine Tochter, Elin. Die Jahre gehen ins Land und plötzlich erfährt Eivor, dass ihre Tochter Linda ebenfalls noch in Jugendjahren steckt und schon schwanger ist.

 

Doch nicht nur die Familienbande spielt in Henning Mankells eine große Rolle, sondern auch Freundschaften und deren Entwicklung.

 

 

Der Schreibstil

 

Henning Mankells Schreibstil hat mir sofort gut gefallen. Er benutzt keine unpassenden Wörter, generell ist seine Wortwahl gut an die Jahre angepasst, in denen das Buch spielt. Auch sind seine Sätze gut zu verstehen.

 

 

Meine Notizen

 

Am Anfang kam ich leider nicht so gut in die Geschichte des Romans rein. Die Handlung war nicht sehr ausschweifend, eher übersichtlich und manche Charaktere waren von ihrer Beschreibung her nicht so mein Fall, wie zum Beispiel Vivi Karlsson.

 

Auch nach Beenden des Romans weiß ich nicht genau, warum er den Titel “Daisy Sisters” trägt. Die beiden Brieffreundinnen nennen sich zwar so, aber die Handlung spinnt sich eher um Elna Skoglund und ihre Familie. Da wäre ein anderer Name sicherlich angebrachter gewesen.

 

Besonders schade fand ich, dass in dem Roman die Schwangerschaften immer irgendetwas zerstören, die Mütter unzufrieden sind und es so aussieht, als wären die Kinder am missglückten Leben ihrer Mütter schuld. Auch werden die Frauen immer zu den unpassendsten Momenten schwanger. Zudem werden alle Frauen der Familie sehr früh schwanger.

 

In dem Roman haben immer wieder verschiedene Personen ein kleines Zwischenspiel, wie der Nachbar Anders zum Beispiel, oder der Kriminelle Lasse Nyman, dessen Gastspiel zwischendurch unterbrochen wird, der aber dennoch eine tragende Rolle für die Handlung hat. Auch Liisa, die finnische Arbeiterin, die Eivor trifft, ist eine solchen Nebenperson. Eigentlich finde ich es nicht schlecht, da die Geschichte durch das Auftreten dieser Personen aufgelockert wird, doch gerade am Anfang hatte ich mehr das Gefühl, dass es um Anders geht und nicht um Elna Skoglund.

 

 

Mein Fazit

 

Eine gutgeschriebene Familiengeschichte, die leider hier und da einige Schwachstellen aufweist.


{ 3,5 Punkte }